Der Österreicher kam mit viel Enthusiasmus und Energie ins Land der Denker und Philosophen. Einige Zeit hat es gedauert, bis er seine Vorstellungen von Landbau nach Menschen orientierten Kriterien salonfähig machen konnte, heute nennt man das „BIO“.
Die natürlichen Mittel zum Leben stehen im Vordergrund seines Schaffens.
Unterstützt durch seine Familie gelang es ihm hunderte von Kleinbauern davon zu überzeugen, dass die Zukunft des Olivenbaums und seiner Erträge in der Vergangenheit liegt. Seit 1980 produziert Bläuel Öl aus Oliven der südlichen Peloponnes. Eine Vielzahl von Olivenprodukten und von kulinarischen Schätzen hat sich im Laufe der Zeit zu einer ansehnlichen Palette von BIO - Erzeugnissen höchster Qualität versammelt.
Das grüne Gold der Mani ist ein Geschenk der Natur. Wie oft die Produkte und vor allen die Olivenöle aus dem Hause Bläuel ausgezeichnet wurden können wir nur schätzen.
Zeit für einen Ölwechsel...Griechenland nur so.
Der Olivenbaum (Olea europaea)
Seit über 6.000 Jahren wird der mittelgroße Baum aus der Gattung der Ölbäume in Griechenland kultiviert.
Neben Feigenbäumen und Weinstöcken galt er in der Antike als Symbol für Wohlstand und Kultur, als Baum des Friedens wurde er verehrt. Verbreiten konnte er sich nur dort, wo es andauernde Friedensperioden gab, denn der lange Zeitraum zwischen Pflanzung und der ersten Ernte machte Vertrauen in die Zukunft des Lebensraums zur Vorraussetzung dafür, einen Olivenhain anzupflanzen.
Gute Ernteergebnisse werden etwa ab dem 20. Lebensjahr erreicht, wobei zu beachten ist, dass der Fruchtertrag in zweijährigem Rhythmus schwankt. Sein typisches, knorriges Aussehen bekommt der Baum durch jährliche Stutzung während und nach der Olivenernte. Um das Ernten zu erleichtern und den Ertrag zu steigern wird der Baum recht kurz gehalten. Seine Blätter glänzen silbriggrün im Sonnenlicht (die Oberseite der Blätter ist grün, die Unterseite silbern bis grau und mit feinen Härchen besetzt), zu alte Blätter stößt der immergrüne Baum regelmäßig ab.
Im Mai entwickeln sich rispenartige, meist zwittrige Blüten.
Die Menge der sich überwiegend selbstbefruchtenden Blüten ist abhängig von den Witterungsbedingungen im März und April.
Die Steinfrüchte sind anfangs grün, reif zeigen sie sich violett bis schwarz. In der reifen Olive liegt der Ölanteil bei durchschnittlich 15 bis 20%, unbehandelt ist sie zum Verzehr nicht geeignet.
Die Erntezeit in Griechenland liegt zwischen November und Anfang Januar.
Im Idealfall werden die Oliven von Hand gepflückt und sortiert.
Oft jedoch werden sie mit Rechen von den Bäumen geharkt oder aber die abgesägten Äste werden geschüttelt und geschlagen bis sie ihre Früchte verlieren und diese sich auf den ausgebreiteten Netzen oder Tüchern sammeln. Eine Erntemethode mit negativer Auswirkung. Die Ölqualität aus den verletzten Oliven verschlechtert sich zusätzlich, wenn diese dann auch noch längere Zeit in Säcken auf ihre Weiterverarbeitung warten müssen.
Oliven sind empfindlich wie Trauben, einmal matschig beginnt rasch der Zersetzungsprozess. Zu über 90% werden Oliven zu Öl verarbeitet, der Rest, meist veredelte große Sorten, kommt als grüne oder schwarze Essolive in den Handel. Über einen längeren Zeitraum in Marinaden, Salzlaken oder Olivenöl eingelegt, verlieren sie einen signifikanten Teil ihrer Bitterstoffe. Getrocknete, schwarze Oliven werden mit Salz haltbar gemacht und gelten als besonders delikat. Grüne Oliven werden häufig entkernt, mit Mandeln, Sardellenpaste, Paprika oder Knoblauch gefüllt und mariniert.
Die echte, also ungefärbte, schwarze Olive (Kalamata Olive) wird meist mit Kern in Olivenöl eingelegt, auch ohne Konservierungsstoffe bleibt sie so lange frisch und behält ihr authentisches, von Feinschmeckern geschätztes Aroma.
Es erreichen auch mit Eisengluconat schwarz gefärbte Oliven den Handel, sie sind jedoch gut zu erkennen – sie färben ab -.
Theoretisch lässt sich der Olivenbaum heute in vielen Ländern der Welt kultivieren, zu beachten ist jedoch, dass er sehr frostempfindlich ist. Die mittlere Jahrestemperatur sollte 15 bis 20° Celsius nicht unterschreiten.
Ursprünglich liegt seine Heimat im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und im südlichen Afrika. Der „Europäische Olivenbaum“ oder auch „echter Olivenbaum“ genannt, ist als Vater aller Olivenbäume zu betrachten, aus ihm wurden alle weiteren Olivenbaumsorten gezüchtet.
Meist wird der Olivenbaum in Monokulturen gepflanzt,
es gibt ihn jedoch auch in Laubwaldformationen mit Pistazien, wilden Ölbäumen, Johannisbrotbäumen, Mandelbäumen und Feigenbäumen.
Mittlerweile verbreiten sich verstärkt Eukalyptusbäume in mediterranen Gebieten, der enorme Wasserverbrauch dieser Bäume verschlechtert die Lebensbedingungen von benachbarten Olivenbäumen erheblich.
Oft lässt man den schnell wachsenden Eukalyptus jedoch gewähren, weil er als Nutzholzpflanze (Kaminholz) beliebt ist.
Der Boden unter den Olivenbäumen eignet sich zum Anbau von Tomaten und Kartoffeln, früher wurde diese nahe liegende Anbaumethode (optimale Nutzung der Ressourcen, Selbstversorgung mit den Ernteerträgen und gleichzeitig kostenloser Dünger für die Olivenbäume durch Unterpflügung der Pflanzenreste) gerne genutzt, heute scheint sie vielen Bauern zu mühselig und findet kaum noch Anwendung.
Baumkulturen werden fast ausschließlich über Stecklinge erweitert. Da die Bäume genetisch identisch mit ihren Mutterpflanzen sind, erben sie natürlich auch alle positiven Eigenschaften dieser, für Krankheiten und Schädlingsbefall sind sie jedoch umso empfindlicher.
Der größte natürliche Feind der Olivenbäume ist der Frost. Mögen die Bäume auch schon hunderte Jahre am gleichen Ort stehen, eine Frostperiode werden sie kaum überstehen. Bedingt durch unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten und klimatische Bedingungen entwickelten sich weltweit mehr als 1.000 unterschiedliche Olivenbaumsorten. Allein in Griechenland gibt es bis zu 60 beschriebene Sorten. Die wichtigsten Anbaugebiete dort sind die Peloponnes (die Mani, das Gebiet um Kalamata und Messinien) sowie die Inseln Lesbos und Kreta.
Die bekanntesten griechischen Sorten heißen Koroneiki, Kalamata und Mastoidis . Nur noch auf Lesbos werden auch die weniger ertragreichen aber sehr edlen Adramitiani und Kolovi Öloliven angebaut. Die Jahresproduktion an Olivenöl liegt in Griechenland bei ca. 400.000 Tonnen (Stand 2007), damit liegt Griechenland hinter Spanien und Italien auf Platz drei der weltgrößten Olivenölproduzenten. Ca. 75% der weltweit produzierten Menge an Olivenöl stammt aus den Ländern der europäischen Union, der Anteil am Baumbestand liegt bei etwa 60%. Bis zu 80% des weltweit produzierten Olivenöls wird in Europa verzehrt. Die Nachfrage nach den essbaren Früchten und dem Öl der Bäume wächst seit einigen Jahren weltweit stetig an. In Nordeuropa sind junge Exemplare von meist italienischen Olivenbäumen mittlerweile beliebte Zimmer – und Wintergartenpflanzen. Auch ausgewachsene Bäume für den heimischen Garten werden zum Kauf angeboten. Dieses sehr teure Vergnügen bereitet jedoch meist nur kurze Freude. Das wundervolle Holz der Olivenbäume ist ein sehr begehrter Werkstoff für die Herstellung exklusiver Möbel. Auf Grund der Nachfrage kam es in der nahen Vergangenheit immer wieder zu wahren Exzessen bei der Beschaffung des edlen Holzes. Der Verlockung des schnellen Geldes erliegend rodeten etliche Olivenbauern ganze Haine und Bergrücken. Sie verloren so die gesicherte Existenzgrundlage für sich und ihre Nachkommen und richteten erheblichen ökologischen Schaden an.
Es bleibt zu hoffen, dass die wachsende Beliebtheit von Olivenöl und Oliven dafür Sorge trägt, dass diesem Treiben der Nährboden entzogen wird.
Mein Reisetipp:
Besuchen Sie die Olivenbäume dort wo sie wachsen, erfreuen Sie sich an dem wunderschönen Anblick und versuchen Sie zu erahnen, was diese Jahrhunderte alten Bäume schon so alles erlebt haben. Die teilweise uralten Olivenbäume Griechenlands werden Sie verzaubern.
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Quellennachweis:
F A O (Food and Agriculture Organization of the United Nations)
letzte Aktualisierung Februar 2004
Handelsblatt : Die Welt in Zahlen 2005
Wikimedia Foundation Inc.
P.O. Box 78350
San Francisco,
CA 94107-8350
United States of America
FAO,
Faostat Statistik der FAO, aufgerufen 2009
Ergebnisse der Stiftung Warentest 2009
Griechisches Landwirtschaftsministerium. www.mina.gr






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